Anwendungsgebiete von RFID (Radio Frequency Identification)

Logistik

Um RFID Systeme in der Logistik zu realisieren, muss der Hersteller jedes Produkt mit einem Transponder ausstatten. Der "Electronic Product Code" EPC, ist eine eindeutige Nummer, die an jedes Produkt vergeben wird und im Transponder gespeichert ist. Durch den EPC kann man Auskunft über Daten aus der Datenbank bekommen, wie z.B. der Seriennummer, Produktionsdatum etc. Wenn alle Zwischenstationen über entsprechender Technik verfügen und zugriff auf die Datenbank haben, lässt sich der gesamt Transportweg mit entsprechenden Zeiten etc. verfolgen und protokollieren. Dadruch erhalten der Produzent, der Zwischenhändler und der Endhändler eine ständige Kontrolle, denn sollten die Angaben in der Datenbank mit den erfassten Daten nicht übereinstimmen, ist es möglich das ein Produkt auf dem Transportweg verloren gegangen ist, oder das zu viel Waren verschickt wurden. Es muss dann nur zurückverfolgt werden, wann das letzte korrekte Signal an ein Lesegerät übermittelt wurde.

Medizin

Da passive Transponder die Eigenschaft besitzen, ohne eigene störanfällige Stromversorgung über Jahre hinweg zu arbeiten, [.....].

Glaukom ( Grüner Star )

Durch eine erhöhung des Augeninnendrucks kommt es zunächst zu einer Einengung des Gesichtsfeldes und schließlich zur vollständigung Erblindung. Schwankungen des Augeninnendrucks haben einen großen Einfluss auf das Risiko der Erblindung. Zur besseren Verständnis welche Einflüsse diese Schwankungen genau haben, benötigt man eine koninuirliche überwachung des Augeninnendrucks. Bei einer Linsentrübung ( Grauer Star ) wird die natürliche Linse entfernt und durch eine Künstliche Linse ersetzt. Durch das einsetzten eines Drucksensors in die Kunstlinse ist es möglich eine dauerhafte Druckmessung bei Patienten mit einem Glaukom durchzuführen. Durch ein Lesegerät am Gestell der Brille lässt sich der Transponder in der Linse kontinuirlich auslesen.

Tieridentifikation

Rinderhaltung

Elektronische Kennzeichnungssysteme dienen zu automatischen Futterzuteilung und Leistungserfassung in der innerbetrieblichen Anwendung und bei der betriebsübergreifenden Kennzeichnung, zur Seuchen und Qualitätskontrolle sowie zur Herkunftssicherung der Tiere . Die dazu einheitlichen Datenübertragungs und Codierungsverfahren werden durch die ISO Normen 11784 und 11785 zur Verfügungs gestellt. Man unterscheidet die Transponderanbringung in 4 grundsätliche Verfahren.

Halsbandtransponder

Können leicht von einem Tier auf das andere gewechselt werden. Hauptsächlich für die Innerbetriebliche Verwendung.

Ohrmarke

RFID Ohrmarken können im gegensatz zu Barcodes auf bis zu 1m Distanz ausgelesen werden. Daher eigenen sie sich besser für eine vollständige Automation.

Injizierbare Transponder

Die Transponder werden unter die Haut des Tieres plaziert. Somit besteht eine feste Verbindung zwischen Tier und Transpondern. Eignet sich zur Herkunfts und Seuchenkontrolle.

Bolus

Der Bolus besteht aus einen Transpinder der in einem säurebeständigen, zylindrischen Gehäuse untergebracht ist. Z.B. aus Keramik. Er wird im Vormagentrakt, dem Pansen abgelegt. Hier verbleit er normalerweise während der gesamten Lebensdauer des Tieres.

Haustiere

Mittlerweile ist es in der Europäischen Union Pflicht, Hunde und Katzen auf Reisen chippen zu lassen. Dabei wird dem Tier ein winziger Chip unter die Haut verpflanzt. Auf dem Mikrochip sind alle relevanten Daten zum Tier und Halter gespeichert. Die Daten werden bei einem gefundenen Tier dann vom Tierarzt ausgelesen und mit einer Datenbank abgeglichen. So können Halter und Tier identifiziert und wieder zusammengeführt werden. Durch Halsbänder mit RFID Transpondern lassen sich mit einem Lesegerät ausgestatete eingangsklappen öffnen. So wird nur den eigenen Tieren einlass gewährt.

ÖPNV (Öffentlicher Nahverkehr)

Der Öffentliche Personennahverkehr stellt eines der größten Potenziale für den Einsatz von RFID-System dar. Durch den Verkauf von Fahrausweisen an Automaten entstehen hohe kosten. Zudem werden Papiertickets nach dem Gebrauch weggeworfen. Vorteile durch den Einsatz von RFID Systemen sind, dass Fahrgäste kein Bargeld mehr benötigen. Chipkarten können mit größeren Geldbeträgen aufgeladen werden. Zusätzlich bieten die RFID Systeme eine zuverlässigere und scnhnellere Abwicklung der Fahrscheinkontrolle. Für statistische Zwecke können Fahrgäste getrackt werden. Hierbei werden die Daten elektronisch aufgezeichnet und ausgewertet.

Zutrittskontrolle

Zur automatischen Überprüfung der Zutrittsberechtigung einzelner Personen zu Gebäuden, Geländen oder einzelnen Räumen werden elektronische Zutrittskontrollsysteme mit Datenträgern eingesetzt. Bei der konzepion der Anlagen muss grundsätzlich zwischen Online und Offline Systemen unterschieden werden.

Online Systeme

Online Systeme kommen zum Einsatz, wenn eine große Anzahl an Personen durch wenige Eingänge Zutritt erhalten wollen. Hierbei sind alle Terminals über eine Leistungsverbinung mit einem zentralen Rechner verbunden. Dieser Rechner führt eine Datenbank. Über die Leistungsverbindunen werden aus der Datenbank generierte Berechtigungsdaten ins Terminal geladen und dort in einer Tabelle gespeichert. Die Datenträger eines Onlinesystems müssen nur wenige Daten speichern können, da diese z.B. nur eine eindeutige Ausweisnummer besitzen müssen. Änderungen an den Zutrittsberechtigungen können für einzelne Personen vorgenommen werden, ohne das der Datenträger vorhanden sein muss, da durch einen einfachen Eintrag am Zentralrechner die Datenbank ediert wird. Somit kann bei Verlust des Datenträgers eine Zutrittsverweigerung erteilt werden.

Offline Systeme

Offline Systeme kommen zum Einsatz, wenn viele einzelne Räume, zu denen jeweils nur wenige Personen Zutritt haben, mit einem elektronischen Zutrittskontrollsystem ausgerüstet werden sollen. Hierbei speichert jedes Terminal eine Liste von Schlüsselkennungen, die in diesem Terminal zutrittsberechtigt sein sollen. Auf dem Datenträger werden die Schlüsselkennungen in einer Tabelle gespeichert. Das Terminal vergleicht alle im Datenträger gespeicherten SChlüssekennungen mit den Schlüsselkennungen in der eigenen Liste und gibt den Zutritt frei, sobald übereinstimmungen gefunden wurden. Die Transponder werden an einer lokalen Station programmiert. Bei Verlust eines Datenträgers muss in jedem Terminal die entsprechende Schlüsselkennung gelöscht werden.

Die Vorteile von Offline System gegenüber herkömmlichen Schließsystemen sind, dass es die Möglichkeit gibt Zeitfenster zu Programmieren. So können z.B. das Reinigungspersonal nur zu bestimmten Zeitfenstern Zutritt zu den Räumen erhalten und ein Schlüsselverlust gestaltet sich vollkommen unproblematisch, da nur der entsprechende Schlüssel aus den Terminals gelöscht werden muss.

Zeiterfassung

Zeiterfassung im Unternehmen

In den meisten mordernen Unternehmen hat die Zeiterfassungen durch RFID Systemen bereits die klassische Stechuhr abgelöst. Hierbei werden bei Ankunft der Transponder an das Lesegerät gehalten und somit die Zeiterfassung gestartet. Nach Ende des Arbeitstages wird er Vorgang wiederholt und somit die Zeiterfassung beendet. Dadurch lassen sich die genauen Arbeitszeiten erfassen. Die Transponder werden hierbei für jeden Mitarbeiter mit einer individuelle Kennung versehen.

Zeiterfassung im Sport

Eine Zeiterfassung durch RFID Systemem im Sport ermöglichen eine genauere und bessere Auswertung im Sportlichen Wettkampf, da Lichtschranken zwar eine genaue Zeit erfassen können, jedoch die einzelnen Teilnehmer nicht unterscheiden kann. Durch das Ausstatten der Teilnehmer mit einem Transponder und einer individuellen Kennung lassen sich durch ein Lesegerät an der Ziellinie die genauen Zeiten und Platzierungen der einzelnen Teilnehmer erfassen.

Ticketing

Beispiel Ski-Ticketing

Wer Zutritt zu einem Ski Lift erhalten möchte, muss im besitzt eines gültigen Tickets sein. Diese waren ursprünglich aus Papier gefertig und mit einem Datum versehen. Die Kontrolle solcher Papiertickets ist sehr personalaufwändig, da jedes Ticket durch Sichtkontrolle auf seine Gültigkeit kontrolliert werden muss. Zu dem ist es für den Skifahrer unhandlich vor jeder Liftfahrt sein Papierticket aus dem Anorak zu holen, welches möglicherweise bereits durch den Schnee aufgeweicht ist.

Durch den Einsatz von RFID Systemen erhält man eine ideale Alternative zu den Papiertickets. Kontaktlose Chipkarten bieten die Möglichkeit, dass die Transponder Tickets nicht in die Hand genommen werden müssen, sondern in der Tasche des Anoraks bleiben können.